Grundsätze
Keiner dieser Grundsätze ist eine Erfindung dieser Zeitschrift. Sie gehören zum gemeinsamen Vokabular humanistischen, liberaldemokratischen und republikanischen Denkens der Gegenwart. Hier verbinden sie sich mit einer praktischen Sorge: dass das öffentliche Wort seine Sorgfalt und seine Verantwortung bewahre.
Redaktionelle Linie
01Grundsatz
Jede Person als Selbstzweck. Die Würde geht jedem Gesetz und jeder zufälligen Mehrheit voraus; sie setzt wirksame Bedingungen voraus — Bildung, Arbeit, Gesundheit, Gewissensfreiheit — ohne die formale Rechte zur Rhetorik werden.
02Grundsatz
Eine Form, das öffentliche Leben zu organisieren: geschützte Individualrechte, Gewaltenteilung, Presse- und Meinungsfreiheit, Machtwechsel und Pluralismus. Eine fragile Architektur, die nur durch aufmerksame Bürgerschaft und solide Institutionen Bestand hat.
03Grundsatz
Das Gesetz über dem Willen derer, die regieren; die Gewaltenteilung als Bedingung der Freiheit. Institutionen sind keine Hindernisse für den Volkswillen: sie sind seine stabile Form.
04Grundsatz
Freiheit zu denken, zu veröffentlichen, zu kritisieren, sich zu irren. Die Zeitschrift versteht sie weniger als Abwesenheit von Zwang denn als tatsächliche Fähigkeit, am öffentlichen Gespräch teilzunehmen.
05Grundsatz
Ehrliche Anerkennung, dass in einer freien Gesellschaft vernünftige — und manchmal unvereinbare — Vorstellungen des Guten nebeneinander bestehen. Die demokratische Aufgabe besteht darin, einen gemeinsamen Raum zu schaffen, in dem diese Vielfalt streiten kann, ohne sich zu zerstören.
06Grundsatz
Ohne Ausnahmen für Hierarchie, Herkunft oder Nähe zur Macht. Sie ist der institutionelle Boden, von dem aus jede andere Debatte über Gerechtigkeit überhaupt möglich wird.
07Grundsatz
Übertragene Autorität bringt eine Pflicht zur Rechenschaft mit sich. Institutionen sind keine Kulisse: sie sind die Form, in der eine Gesellschaft sich erinnert, was sie sich selbst versprochen hat.
08Grundsatz
Eine Demokratie misst sich weniger an ihren formalen Verfahren als an der Qualität der alltäglichen Bindungen zwischen denen, die in ihr leben: Respekt gegenüber dem Anderen, Sorge um den geteilten Raum, Bereitschaft zum Argument.
09Grundsatz
Nicht als Abstraktion oder Parole, sondern als ständige Referenz: die Frage nach dem, was nicht der bloßen Summe privater Interessen überlassen werden darf.
10Grundsatz
Welcher Couleur auch immer. Die Zeitschrift behandelt die zeitgenössischen Aushöhlungen der Demokratie mit derselben Sorgfalt wie die totalitären Erfahrungen des 20. Jahrhunderts.
Diese Grundsätze diskutieren wir mit der Zeitschrift — sie werden nicht als Dogma auferlegt. Um eine Stimme in die Debatte einzubringen, schreib uns von Kontakt.
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